Die Aufgabe eines Lüftungsfilters scheint einfach zu sein: möglichst viele Schadstoffe und Feinstaubpartikel aus der Luft zu entfernen. In der Praxis muss bei der Entwicklung eines Filters und seines Filtermediums jedoch ein wichtiger Zielkonflikt gelöst werden – je höher die Filtereffizienz, desto schwieriger ist es in der Regel für die Luft, das Filtermedium zu durchströmen.
Ein höherer Luftwiderstand beziehungsweise Druckverlust bedeutet wiederum eine höhere Belastung für den Ventilator des Lüftungsgeräts und einen höheren Energieverbrauch.
Die NanoWave® Filtermedientechnologie wurde entwickelt, um diesen Zielkonflikt zu reduzieren. Anstatt eine bessere Filtration einfach durch ein dichteres Filtermedium zu erreichen, kommt eine dreidimensionale, wellenförmige Faserstruktur zum Einsatz, die die aktive Filterfläche deutlich vergrößert.
Das Ergebnis ist ein synthetisches Filtermedium, das hohe ePM1-Filtereffizienz, niedrigen Druckverlust und hohe Staubspeicherfähigkeit miteinander verbindet.
Was ist NanoWave® Filtermedium?
NanoWave® ist ein patentiertes synthetisches Filtermedium von Hollingsworth & Vose, das für Lüftungs- und Luftfilteranwendungen entwickelt wurde.
Das Besondere an NanoWave ist seine dreidimensionale Struktur. Die feinen Fasern des mehrschichtigen Filtermediums bilden ein wellenförmiges Profil, das durch eine Vorfilterschicht geschützt wird.
Im Vergleich zu herkömmlichen flachen Filtermedien ermöglicht diese Struktur, bei gleichen äußeren Filterabmessungen eine deutlich größere aktive Filterfläche unterzubringen.
Nach Angaben von Hollingsworth & Vose kann NanoWave eine etwa 2,4-mal größere effektive Filterfläche bieten als ein herkömmliches flaches Filtermedium mit den gleichen Außenabmessungen.
Diese größere aktive Filterfläche ist einer der wichtigsten Vorteile der NanoWave-Technologie.
Warum ist eine größere Filterfläche wichtig?
Stellen Sie sich vor, hundert Menschen möchten ein Gebäude betreten. Wenn alle durch eine einzige schmale Tür gehen müssen, entsteht schnell eine Warteschlange. Können dieselben hundert Personen mehrere breite Türen nutzen, wird der Durchgang wesentlich einfacher.
Ein ähnliches Prinzip gilt für die Luft, die durch einen Filter strömt.
Wenn derselbe Luftvolumenstrom auf eine größere Filterfläche verteilt wird, sinkt die Strömungsgeschwindigkeit durch das Filtermedium. Dadurch kann eine hohe Filtereffizienz bei einem niedrigeren Druckverlust erreicht werden.
Für ein Lüftungssystem hat dies eine direkte Bedeutung: Je niedriger der Druckverlust des Filters, desto weniger Arbeit muss der Ventilator leisten, um den gleichen Luftvolumenstrom zu bewegen.
Ein Filter beeinflusst daher nicht nur die Qualität der Innenraumluft. Seine Konstruktion wirkt sich auch auf den Energieverbrauch des Lüftungssystems aus.
Drei wesentliche Vorteile von NanoWave® Taschenfiltern
Die Stärke der NanoWave-Technologie liegt in der Kombination von drei wichtigen Eigenschaften.
1. Hohe ePM1-Filtereffizienz
ePM1-Partikel gehören zu den kleinsten luftgetragenen Partikeln. Ihre wirksame Abscheidung ist eines der wichtigsten Ziele moderner Lüftungstechnik.
Die NanoWave-Technologie ermöglicht die Herstellung von Filtern mit hoher ePM1-Effizienz, ohne die gewünschte Filterleistung einfach durch immer dichtere Filtermedien erreichen zu müssen.
2. Niedriger Druckverlust
Eine hohe Filtereffizienz bei gleichzeitig niedrigem Druckverlust zu erreichen, ist einer der wichtigsten Vorteile von NanoWave.
Ein Filter mit niedrigerem Druckverlust reduziert die Belastung des Ventilators im Lüftungsgerät. Da ein Lüftungssystem jedes Jahr Tausende von Stunden in Betrieb sein kann, kann selbst ein relativ kleiner Unterschied beim Druckverlust des Filters den jährlichen Energieverbrauch beeinflussen.
Beim Vergleich von Filtern sollte deshalb neben der ISO 16890-Klassifizierung immer auch der Druckverlust berücksichtigt werden.
3. Hohe Staubspeicherfähigkeit
Der Anfangsdruckverlust eines neuen Filters ist nur ein Teil seiner tatsächlichen Leistungsfähigkeit.
Während des Betriebs sammelt sich zunehmend Staub im Filter an und der Druckverlust steigt. Ein guter Filter sollte eine große Staubmenge aufnehmen können, während der Anstieg des Druckverlusts möglichst kontrolliert bleibt.
Die große aktive Filterfläche von NanoWave trägt dazu bei, die Staubbelastung auf eine größere Fläche zu verteilen. Dies ermöglicht eine hohe Staubspeicherfähigkeit und unterstützt eine stabile Filterleistung über die gesamte Nutzungsdauer.
Was zeigte der unabhängige Labortest des Filter Plus NanoWave® Taschenfilters?
Filter Plus ließ im Jahr 2026 seinen auf NanoWave-Technologie basierenden FPX Taschenfilter unabhängig bei RISE Research Institutes of Sweden testen.
Der getestete Filter hatte die Abmessungen 592 × 592 × 635 mm, verfügte über 10 Taschen und hatte eine effektive Filterfläche von etwa 7,7 m².
Das Ergebnis der Prüfung nach ISO 16890:
ISO ePM1 85%
Der Anfangsdruckverlust beim Nennvolumenstrom von 0,944 m³/s betrug:
79 Pa
Während des Tests konnte der Filter 1.321 Gramm Prüfstaub aufnehmen, bevor der festgelegte Enddruckverlust erreicht wurde.
Diese Ergebnisse zeigen deutlich das Hauptziel der NanoWave-Technologie: hohe Abscheideleistung für Feinstaub in Verbindung mit niedrigem Anfangsdruckverlust und hoher Staubspeicherfähigkeit.
Warum beeinflusst ein Taschenfilter den Energieverbrauch der Lüftungsanlage?
Der Ventilator eines Lüftungsgeräts muss den gesamten Luftwiderstand im System überwinden. Der Luftfilter ist eine der Komponenten, die diesen Widerstand verursachen.
Steigt der Druckverlust des Filters, muss der Ventilator mehr leisten, um den erforderlichen Luftvolumenstrom aufrechtzuerhalten. Deshalb sollten bei der Auswahl eines Filters nicht nur der Anschaffungspreis und die Filterklasse miteinander verglichen werden.
Ebenso wichtig ist die Frage, wie sich der Filter während seiner gesamten Nutzungsdauer verhält.
Auf Grundlage des Labortests wurde für den Filter Plus FPX NanoWave Taschenfilter ein standardisierter jährlicher Energieverbrauch von 1.046 kWh pro Filter berechnet.
Bei einem Strompreis von 0,3 €/kWh entspricht dies ungefähr:
314 Euro pro Jahr.
Der tatsächliche Energieverbrauch hängt selbstverständlich von den Betriebsstunden des Lüftungssystems, dem Luftvolumenstrom, der Ventilatoreffizienz, der Filterbeladung und weiteren Betriebsbedingungen ab. Der standardisierte Wert ermöglicht jedoch, verschiedene Filter unter vergleichbaren Bedingungen zu bewerten.
NanoWave® Taschenfilter für Anwendungen, bei denen die Gesamtleistung zählt
Bei der Auswahl eines Filters sollte nicht nur ein einzelner technischer Wert betrachtet werden.
Eine hohe ePM1-Effizienz ist wichtig. Ebenso entscheidend ist jedoch, bei welchem Druckverlust diese erreicht wird und wie sich der Filter mit zunehmender Staubbeladung verhält.
Bei der Auswahl von Taschenfiltern lohnt es sich daher, folgende Fragen zu stellen:
- Welche ISO 16890-Klassifizierung hat der Filter?
- Wie hoch ist der Anfangsdruckverlust?
- Wie verändert sich der Druckverlust während der Nutzungsdauer?
- Wie hoch ist die Staubspeicherfähigkeit?
- Wie groß ist die effektive Filterfläche?
- Wie hoch ist der standardisierte Energieverbrauch?
Die NanoWave® Technologie ermöglicht es, diese Eigenschaften in einem Taschenfilter zu kombinieren: hohe ePM1-Filtereffizienz, niedriger Druckverlust und hohe Staubspeicherfähigkeit.
Der unabhängige ISO 16890-Labortest des Filter Plus FPX NanoWave Taschenfilters bestätigt die Leistungsfähigkeit der Technologie auch in der Praxis: Der getestete Filter erreichte eine ePM1 85%-Klassifizierung, einen Anfangsdruckverlust von 79 Pa und eine Staubspeicherfähigkeit von 1.321 g.
Wenn Sie einen Taschenfilter für ein Lüftungssystem suchen, bei dem sowohl saubere Luft als auch niedriger Energieverbrauch und eine lange Nutzungsdauer wichtig sind, lohnt es sich, nicht nur auf den Anschaffungspreis des Filters zu achten.
Ein guter Filter reinigt nicht nur die Luft – er trägt dazu bei, dass das gesamte Lüftungssystem effizienter arbeitet.




