Synthetischer Filter oder Glasfaserfilter – welche Wahl ist heute sinnvoller?

Sünteetiline filter vs klaaskiudfilter

Auf dem Markt für Lüftungsfilter galten Glasfaserfilter über Jahrzehnte hinweg als Qualitätsmaßstab. In den letzten zehn Jahren hat sich jedoch auch die Technologie synthetischer Filtermedien deutlich weiterentwickelt. Moderne synthetische Filter bieten heute eine sehr hohe Filtrationseffizienz, einen niedrigen Energieverbrauch und ein hohes Staubspeichervermögen.

Dadurch stellt sich immer häufiger die Frage: Ist Glasfaser weiterhin notwendig? Oder haben synthetische Filtermedien inzwischen ein Niveau erreicht, bei dem sie dieselbe Aufgabe kostengünstiger und umweltfreundlicher erfüllen können?

Ziel dieses Artikels ist es nicht, ein Material als richtig und das andere als falsch darzustellen. Vielmehr vergleichen wir moderne Glasfaser- und synthetische Filter aus technischer, wirtschaftlicher und ökologischer Sicht.

Glasfaserfilter sind nicht mehr dieselben wie vor 30 Jahren

Über Glasfaserfilter kursieren noch immer viele veraltete Informationen. Häufig wird angenommen, dass Glasfasermaterialien ein Gesundheitsrisiko darstellen und sich im Körper ähnlich verhalten wie mineralische Fasern, die vor Jahrzehnten verwendet wurden.

Die heutige Realität sieht jedoch anders aus.

Das in den Glasfaserfiltern von Filter Plus verwendete Filtermedium Johns Manville Evalith® besteht aus biolöslichem Borosilikatglas. Laut Herstellerdokumentation ist dieses Material nach der europäischen REACH-Verordnung nicht als gefährlich eingestuft und benötigt nach der CLP-Verordnung keine Kennzeichnung als Gefahrstoff.

Der Begriff „biolöslich“ bedeutet, dass diese Fasern nicht mit früheren problematischen Fasertypen vergleichbar sind, die nach dem Eindringen in den Körper dauerhaft dort verbleiben konnten. Moderne Fasern wurden so entwickelt, dass ihre Biopersistenz deutlich geringer ist als bei älteren Fasertypen.

Daher wäre es nicht korrekt zu behaupten, dass moderne Glasfaser, wie sie in Lüftungsfiltern eingesetzt wird, grundsätzlich gesundheitsschädlich ist. Hochwertige und zertifizierte biolösliche Glasfaser erfüllt heutige europäische Anforderungen und wird weltweit in der Herstellung von Lüftungsfiltern eingesetzt.

Die entscheidende Frage ist heute also weniger die Sicherheit, sondern ob Glasfaser dem Anwender einen ausreichenden Mehrwert bietet, um den höheren Preis und die größere Umweltbelastung in der Herstellung zu rechtfertigen.

Wie wird Glasfaser hergestellt?

Die Herstellung von Glasfaser-Filtermedien ist ein technisch anspruchsvoller und energieintensiver Prozess.

Sie beginnt mit dem Schmelzen mineralischer Rohstoffe, darunter Siliziumdioxid, Borverbindungen und weitere Mineralien. Dabei können Temperaturen von über 1.400 °C erreicht werden. Aus der geschmolzenen Glasmasse werden anschließend extrem feine Fasern gezogen, aus denen das Filtermedium hergestellt wird.

Dieser Prozess erfordert erhebliche Energiemengen. Lebenszyklusanalysen der Glasindustrie zeigen, dass ein großer Teil des CO₂-Fußabdrucks von Glasfaserprodukten genau in diesem Schmelzprozess entsteht.

Die Herstellung synthetischer Filtermedien erfordert kein Schmelzen mineralischer Rohstoffe bei derart hohen Temperaturen. Zwar benötigen auch Polymerfasern Energie und Rohstoffe, doch der Energiebedarf bei der Herstellung synthetischer Filtermedien ist im Allgemeinen geringer als bei der Produktion von Glasfasern.

Wenn zwei Filter dem Anwender eine vergleichbare Leistung und Nutzungserfahrung bieten, wird die Umweltbelastung der Herstellung zu einem immer wichtigeren Entscheidungskriterium.

Moderne synthetische Filter sind keine „günstige Alternative“ mehrle

Noch vor einigen Jahren galten synthetische Filter häufig als einfache und preiswerte Alternative zu Glasfaserfiltern.

Heute ist das nicht mehr der Fall.

Moderne mehrlagige synthetische Filtermedien nutzen eine komplexe Faserstruktur, die eine hohe ePM1-Effizienz, ein großes Staubspeichervermögen und einen niedrigen Druckverlust ermöglicht.

Das bedeutet: Anwender müssen heute nicht mehr zwischen guter Filtration und niedrigem Energieverbrauch wählen.

Genau aus diesem Grund haben viele führende Filterhersteller in den letzten Jahren verstärkt in die Entwicklung synthetischer Filtermedien investiert.

Fiberglass filter vs synthetic

Vergleich: Synthetischer Filter vs. Glasfaserfilter

Für einen objektiven Vergleich haben wir zwei Taschenfilter mit identischen Abmessungen und demselben Einsatzbereich gegenübergestellt:

  • FPL S65 – synthetischer Taschenfilter
  • FPL G65 – Glasfaser-Taschenfilter mit biolöslichem Borosilikatglas

Beide Filter wurden von einem unabhängigen Prüflabor gemäß ISO 16890 getestet.

Filtrationseffizienz

Der synthetische Filter erreichte die Klassifizierung:
ISO ePM1 65%

Der Glasfaserfilter erreichte:
ISO ePM1 60%

Beide Filter gehören zur ePM1-Kategorie. Der synthetische Filter erzielte jedoch eine höhere Abscheideleistung für Feinstaubpartikel.

Das bedeutet, dass er unter Laborbedingungen einen größeren Anteil der gesundheitlich besonders relevanten Partikel aus der Luft entfernte.

Anfangsdruckverlust

Der Energieverbrauch einer Lüftungsanlage hängt unmittelbar vom Druckverlust des Filters ab. Je niedriger der Druckverlust, desto weniger Energie benötigt der Ventilator, um den erforderlichen Luftvolumenstrom aufrechtzuerhalten.

Die Messergebnisse:

  • FPL S65 (synthetisch): 74 Pa
  • FPL G65 (Glasfaser): 78 Pa

Der Unterschied ist zwar gering, dennoch erzielte der synthetische Filter den niedrigeren Druckverlust und trägt damit zu einer höheren Energieeffizienz der Lüftungsanlage bei.

Energieverbrauch

Der jährliche Energieverbrauch wurde nach der Eurovent 4/21-Methode berechnet.

  • FPL S65 (synthetisch): 937 kWh
  • FPL G65 (Glasfaser) 946 kWh

Auch hier fiel der Unterschied relativ gering aus. Dennoch erreichte der synthetische Filter den niedrigeren Energieverbrauch und gleichzeitig eine höhere ePM1-Filtrationseffizienz.

Für Betreiber von Gebäuden bedeutet dies eine Kombination aus besserer Luftqualität und niedrigeren Betriebskosten.

Staubspeichervermögen

Die Lebensdauer eines Filters hängt nicht nur vom Druckverlust ab, sondern auch davon, wie viel Staub er aufnehmen kann, bevor ein Austausch erforderlich wird.

Die Laborergebnisse zeigen:

  • FPL S65 (synthetisch): 1452 g
  • FPL G65 (Glasfaser): 1192 g

Der synthetische Filter speicherte rund 22 % mehr Staub als der Glasfaserfilter.

In der Praxis kann dies zu einer längeren Standzeit, stabileren Filterleistung und geringeren Wartungskosten führen.

Handhabung und Montage

Neben den Laborwerten spielt auch die tägliche Handhabung eine wichtige Rolle.

Synthetische Filter sind in der Regel:

  • flexibler,
  • weniger empfindlich,
  • einfacher zu transportieren,
  • leichter zu lagern,
  • schneller zu montieren.

Insbesondere großformatige Glasfaserfilter müssen häufig sorgfältiger behandelt werden, um Beschädigungen des Filtermediums zu vermeiden.

Während dieser Unterschied beim Austausch einzelner Filter kaum ins Gewicht fällt, kann er bei Gebäuden mit Hunderten oder Tausenden von Filtern pro Jahr erhebliche Auswirkungen auf den Wartungsaufwand haben.

Wenn beide Filter gut funktionieren – warum mehr bezahlen?

Genau an diesem Punkt wird die Entscheidung interessant.

Moderner biolöslicher Glasfaser ist sicher und bietet eine gute Filtrationsleistung. Dennoch ist ihre Herstellung kostenintensiver. Warum also einen teureren Filter wählen, wenn ein synthetischer Filter gleichzeitig:

  • eine höhere ePM1-Abscheideleistung bietet,
  • mehr Staub speichert,
  • einen geringeren Druckverlust aufweist,
  • weniger Energie verbraucht und
  • einfacher zu transportieren, zu lagern und zu montieren ist?

Glasfaserfilter sind keineswegs schlechte Produkte und haben in bestimmten Anwendungen nach wie vor ihre Berechtigung. Für die allgemeine Raumlufttechnik – wo saubere Luft, Energieeffizienz, niedrige Betriebskosten und eine einfache Wartung im Vordergrund stehen – haben moderne synthetische Filter jedoch die Nase vorn.

Noch immer werden Filter häufig aus Gewohnheit oder aufgrund langjähriger Präferenzen ausgewählt. Sinnvoller ist es jedoch, Entscheidungen auf messbare Leistungsdaten zu stützen.

In der modernen Luftfiltration ist nicht mehr entscheidend, aus welchem Material ein Filter besteht, sondern welche Leistung er im realen Betrieb tatsächlich erbringt.

Bei Filter Plus erhalten Sie sowohl Glasfaser- als auch synthetische Filter. Wenn Sie uns jedoch nach unserer Empfehlung für die meisten Anwendungen in der allgemeinen Lüftungstechnik fragen, lautet die Antwort eindeutig: der synthetische Filter.

Unabhängige Tests zeigen, dass moderne synthetische Filter eine hervorragende Filtrationsleistung bieten und gleichzeitig durch einen niedrigeren Energieverbrauch, ein höheres Staubspeichervermögen und mit einem attraktiveren Preis überzeugen. Für die meisten Lüftungsanlagen stellen sie heute die wirtschaftlichste und nachhaltigste Lösung dar.